Johanna Röh ist Tischlermeisterin, Unternehmerin sowie Mitgründerin und Vorsitzende des Vereins Mutterschutz für Alle! e.V. Als Sprecherin des Bündnisses für den Mutterschutz für Selbstständige engagiert sie sich für bessere Rahmenbedingungen für Selbstständige in der Schwangerschaft und rund um die Geburt.
Nach ihrer Ausbildung ging sie von 2009 bis 2013 auf traditionelle Wanderschaft. In dieser Zeit arbeitete sie in Werkstätten in Europa, Kanada, Neuseeland und Japan und lernte unterschiedliche handwerkliche Techniken, Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen kennen. Heute führt sie ihre eigene Tischlerei in Niedersachsen und fertigt individuelle Möbel aus Massivholz sowie hochwertige Schneidebretter in Kleinserien.
Mit der Geburt ihrer Tochter wurde sie auf ein Problem aufmerksam, das viele Selbstständige betrifft und im Handwerk besonders sichtbar wird: Während Arbeitnehmerinnen aus guten Gründen durch das Mutterschutzgesetz abgesichert sind, tragen selbstständige Frauen die Kosten und das wirtschaftliche Risiko einer Schwangerschaft und Geburt weitestgehend allein. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entstand ihr politisches Engagement für die Vereinbarkeit von Familie und Betrieb. Ihr Ansatz: Nicht die Frauen müssen verändert werden, sondern die Rahmenbedingungen. Sie setzt sich dafür ein, strukturelle Hürden abzubauen und faire Wettbewerbsbedingungen für Selbstständige zu schaffen.
Das von ihr initiierte Bündnis vereint heute 58 Organisationen, die gemeinsam rund 758.000 Menschen und Betriebe aus Wirtschaft, Handwerk, Kultur, Gesundheit und den Freien Berufen vertreten. 2025 gelang es ihr gemeinsam mit zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, den Mutterschutz für Selbstständige im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zu verankern. Heute bringt sie ihre Erfahrungen als Handwerkerin, Unternehmerin und Mutter sowie ihre Expertise zum Mutterschutz für Selbstständige in politische Fachgespräche, die Medien und öffentliche Debatten ein.
In Vorträgen, Workshops und auf Podien spricht Johanna Röh über ihre Erfahrungen auf ihrer mehrjährigen Wanderschaft, über die Gründung und Selbstständigkeit im Handwerk, sowie über die besondere Situation von Frauen in noch immer männlich dominierten Berufen. Dabei geht es um Rollenerwartungen und Vorurteile, um die Frage, wie Menschen ihren eigenen Weg im Handwerk finden können, und darum, wie sich Selbstständigkeit und Familiengründung besser miteinander vereinbaren lassen. Ihre Perspektive verbindet die Erfahrungen einer Handwerkerin und Unternehmerin mit der Frage, wie sich die Rahmenbedingungen im Handwerk und in der Selbstständigkeit so gestalten lassen, dass mehr Menschen ihren eigenen Weg gehen können.



